Auf den „Zahn“ bei Oberammergau im Ammergebirge, 1600m
Unsere Halbtagestour führt uns auf den Zahn. Eigentlich sind es mehrere „Zähne“, also quasi ein Gebiss. Die Felsen ragen steil auf wie Zähne und verbinden sich zu einer Kette. Die dadurch mögliche Gratwanderung findet vielleicht auch einmal statt. Heute steigen wir von der Talstation der Kolbensattelbahn von 880m Höhe durch den Wald auf. Streckenweise ist die Wegbeschilderung sehr gut versteckt und auch der Weg ist im mittleren Bereich mit Himbeersträuchern fast zugewachsen. Wir kommen uns vor wie im „deutschen Dschungel“ und müssen uns selbst den Weg bahnen. Weiter oben wird es besser: Der Pfad wird zum Steig. Schmal, aber gut erkennbar und steil. Bei 28°C im Tal kommen wir ordentlich ins Schwitzen. Im oberen Bereich, am Fuß der Zahnkette, fehlen Wegemarkierungen auf einen der Gipfel komplett. Wir laufen nach Karte, Höhenmesser, Gefühl und Sicht. Tatsächlich findet sich etwas, das einmal ein Pfad gewesen sein könnte. Sehr ausgesetzt, nur mit einzelnen Tritten, aber schließlich mit grandioser Aussicht auf das Tal und die Berge ringsum. Es müssen nicht immer die großen Namen der bekannten Gipfel sein. Wow-Erlebnisse bieten sich häufig, wo sie gar nicht vermutet werden…
Der Abstieg erfolgt dann über den Kolbensattel und mit dem Sessellift ins Tal. Nach 2 Bergtagen steht jetzt die Heimfahrt bevor.
In knapp 3,5 Stunden sind rund 760 Höhenmeter rauf und 350 Höhenmeter runter auf 7km Strecke verteilt zusammengekommen. Den Rest hat der Sessellift erledigt.
Mein Fazit: Das Ammergebirge ist auf jeden Fall einen Besuch wert.
Jan Dolbaum






