Kletter-Paradies Nassereith – Vom Routen-Marathon und der Schwanen-Verschwörung
Dauer: 5 Tage voller Fels, Spaß und bester Kulinarik
Ziel: Nassereith (Tirol) – Offiziell: „Climbers Paradise“. Inoffiziell: Das Land, in dem das Wetter macht, was es will.
Besetzung: Eine feine, kleine Runde hochmotivierter Nagolder Genuss-Kletterer
Wenn der DAV Nagold eine Reise tut, dann packt er neben den Exen und dem Seil vor allem eine gehörige Portion Flexibilität ein. Die Wettervorhersage für unseren Trip ins Kletter-Mekka Nassereith präsentierte sich nämlich als echtes Überraschungsei: Ein absolut durchwachsener Mix aus Sonne, Wolken und Regenschauern. Es war ein ständiges Pokerspiel mit dem Himmel – die große Frage war eigentlich nie ob es regnet, sondern wann es uns erwischt.
Tag 1: Die Regen-Flucht und der Aufbau-Sieg Schon beim Start in der Heimat trommelte der Regen ordentlich gegen die Windschutzscheibe. Doch je näher wir den Tiroler Bergen kamen, desto besser schlug sich der Wetter-Mix auf unsere Seite. Pünktlich zur Ankunft zog der Himmel auf: Wir erreichten den Campingplatz trocken, die Zelte standen in Rekordzeit und beim ersten Erkundungsspaziergang zu den majestätischen Felsen kribbelte es allen schon gewaltig in den Fingerspitzen. Ein gemeinsames, exquisites Outdoor-Koch-Event rundete den Anreisetag perfekt ab.
Tag 2: Hitzeschlacht im „Botanischen Garten“ Wer beim Wetter-Lotto mitspielt, gewinnt eben auch mal den Jackpot: Der nächste Morgen zeigte sich völlig überraschend von seiner absoluten Sahneseite! Wir enterten den Sektor „Botanischer Garten“, der seinem Namen alle Ehre machte. Über 200 Routen von „Ich schnupper mal rein“ bis zu „Wo bitteschön soll ich mich hier festhalten?!“ boten Kletterspaß vom Feinsten. Es war so gut, dass Petrus es fast schon zu gut meinte: Die Felswand mutierte zum Solarium, und der eine oder andere Nagolder holte sich neben dicken Unterarmen auch einen dezenten Krebsrot-Teint ab.
Die Rettung? Ein kühler Abschluss im Restaurant Seabuben. Dort widmeten wir uns neben der Flüssigkeitszufuhr einer tiefschürfenden, biologisch-philosophischen Grundsatzdiskussion: Sind die beiden Schwäne auf dem Teich eigentlich echt? Und wenn ja, warum driften sie kaum Zentimeter voneinander weg? Steckt eine geheime Unterwasser-Leine dahinter? Die Wissenschaft steht hierzu noch aus.
Tag 3: Taktisches Warten und Wand-Abarbeitung Die Nacht brachte den nächsten Schauer, doch pünktlich zum Frühstück war der Spuk wieder vorbei. Da der Himmel aber weiterhin unschlüssig vor sich hin grollte, dehnten wir das Frühstück strategisch aus, um dem Kalkstein Zeit zum Abtrocknen zu geben. Unser Timing war perfekt: Ab mittags belagerten wir wieder dieselbe Wand. Das Geniale hier: Die Routendichte ist so hoch, dass wir uns den Rest des Tages quasi im Dauermodus die Finger lang ziehen konnten, ohne auch nur einmal die Regenjacke anfassen zu müssen.
Tag 4: Routen-Sammeln im Genussparadies Weil für den Nachmittag die nächste unberechenbare Regenfront drohte, fackelten wir nicht lange: Schnelles Frühstück, zackiger Abmarsch zum Nachbarfels! Hier warteten die etwas knackigeren, anspruchsvolleren Linien auf uns. Leider hatten viele andere Kletterer exakt denselben Wetter-Riecher, sodass sich der Wandfuß recht schnell füllte. Wenn die Leute hinter einem anstehen und vorsorglich schon den Seilsack zu deinen Füßen platzieren, um sich die Route zu reservieren, macht das Klettern wenig Spaß.
Unsere Devise: Der Klügere weicht aus und sammelt stattdessen lieber genussvoll Meter! Wir flüchteten zurück in unsere ruhigeren Sektoren der Vortage. Die Mission war klar: Projekt „Komplettierung“. Jede noch offene Linie an unserer Lieblingswand wurde akribisch abgehakt, bis wir die Wand einmal komplett abgeklettert hatten und die Arme brannten. Belohnt wurde dieser taktische Geniestreich abends im platzeigenen Restaurant. Die Portionen waren so üppig, dass selbst ausgehungerte Kletterer danach glücklich und satt in die Federn sanken.
Tag 5: Abbau-Weltmeister auf dem Heimweg Auch die letzte Nacht brachte wieder ein paar Tropfen von oben, aber pünktlich zum Abbau schlossen sich die Schleusen wieder. Angespornt von der drohenden Heimfahrt und dem unberechenbaren Himmel legte die Truppe eine Performance hin, die jedem Formel-1-Boxenstopp Konkurrenz gemacht hätte: Zelte verpackt in absoluter Spitzenzeit!
Fazit: Fünf grandiose Tage, die mal wieder gezeigt haben, dass man sich vom Wetter-Mix nicht ins Bockshorn jagen lassen darf, wenn die Truppe stimmt. Es wurde gelacht, fantastisch gekocht, geschlemmt und vor allem jede trockene Route optimal ausgenutzt. Nassereith, du siehst uns wieder – und die Schwanen-Verschwörung lösen wir auch noch auf!












